Ocean College

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Von Monkeys, „Bananas“ und kurzen Haaren

Datum: 29.11.2018
Autor: Louiz 
Position: Atlantik 
Geografische Position: 16°03.1 N  34°36.7 W
Etmal: 171 Nm (Total: 3414)

Wie immer in den letzten Wochen begann mein Tag um 04:00 Uhr mit meiner Wache. Da hier, mitten auf dem Atlantik, zu dieser Zeit nicht viel passiert, verlief eigentlich alles sehr entspannt. Als es dann um 07:00 Uhr Frühstück gab, gab es allgemeine Aufruhr, da ein Großteil unseres Toastbestandes angefangen hatte zu schimmeln, so dass wir ab jetzt unser eigenes Brot backen müssen.

Nachdem ich mit meiner Wache fertig war, saß ich mit Robert in der Messe und wir haben uns überlegt, wann wir unseren „Pelican Monkey“ machen wollen, da ich manchmal immer noch von der Seekrankheit geplagt werde. Der „Pelican Monkey“ ist ein Zertifikat, das man bekommt, wenn man den Main Mast einmal komplett erklimmt und die Spitze berührt. Dies kann bei starkem Seegang ziemlich schwer werden, zumal es dort oben noch viel stärker schwankt als an Deck. 

Bis zum Mittagessen hatten wir dann noch Seamanship Lessons und ich versuchte mich noch ein bisschen auf meinen Vortrag vorzubereiten, welcher heute anstand. Nach dem Mittagessen hatten wir dann wie immer Happy Meeting und -Hour. Während die White Watch die Ehre hatte, unsere Toiletten und Duschen zu putzen, hatten alle anderen etwas Zeit zu entspannen oder sich auf die Afternoon Classes vorzubereiten.

Während der ersten Stunden, in denen wir Englisch hatten, versuchten wir eine Diskussion über den Film „Bananas“ (ein kritischer Film über die Produktion von Früchten in den Herkunftsländern), welchen wir letzte Woche geguckt hatten, ins Laufen zu bringen. Ich glaube, das war das erste Mal, dass wir es nicht geschafft haben, über etwas zu diskutieren, was aber vielleicht auch daran lag, dass wir alle die gleiche Meinung hatten. Nachdem wir ca. 15 min vergeblich versucht hatten, die Diskussion anzukurbeln, entließ Peer uns dann und wir konnten an unseren eigenen Sachen arbeiten.

Nach Englisch hatten wir dann alle unsere zweite Fremdsprache, was bedeutete, dass alle in kleinen Grüppchen vor ihren Französisch- und Spanischbüchern saßen und versuchten, Zeitformen oder Vokabeln zu lernen. Schulschluss hatten wir dann um 18:00 Uhr und es gab Abendessen. Ich startete mit meiner Präsentation, als das Galleyteam alles fertig abgespült hatte und wir uns in der Messe versammelt hatten.

Da dies meine erste längere Präsentation war, die ich komplett auf Englisch halten musste, war ich ein bisschen aufgeregt. Als ich dann fertig war und alle nun hoffentlich ein bisschen mehr über die Entwicklung der Kap Verden wissen, verstreuten sich alle wieder und ich ging in meine Kabine, wo ich Justus, Poldi und Nils vorfand. Poldi saß in der Badewanne während Justus versuchte, ihm mithilfe einer Haarschneidemaschine und einer Kopfstirnlampe eine neue Frisur zu verpassen. Nach Poldi war dann auch Nils dran, welcher letztendlich mit einer Haarlänge von 11 mm dastand. 

So endete ein weiterer ereignisreicher Tag auf dem Atlantik.

P.S.: Viele Grüße an Zuhause und nochmal Danke an Mari für meine Uhr, ohne die ich wahrscheinlich schon 1000-Mal zu spät zur Wache oder zum Meeting gekommen wäre.

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