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Wie baut man eine Gebärmutter im Regenwald?

Datum: 23. Januar 2020
Autorin: Silja 
Etmal: – Wanderungen durch den Urwald
Geografische Position: One World Farm, Costa Rica

Bevor ich diesen Tag mit einem Bericht festhalte, über das, was wir heute erlebt haben, will ich euch erst einmal eine Geschichte über die indianische Kultur erzählen. Oder vielmehr eine Geschichte über die Bedeutung der Schwitzhütte bei indianischen Stämmen. 

Die Schwitzhütte ist nämlich viel mehr als eine Reinigung von außen und innen. Es ist auch ein Initiationsritual, denn in einer Schwitzhütte ist es sehr dunkel, eng und stickig. Das stellt die Selbstbeherrschung eines Menschen stark auf die Probe und für die Bribris, einem Teil der costa-ricanischen Ureinwohner, ist die Schwitzhütte auch wie die Gebärmutter der Mutter Erde, aus der man noch einmal geboren wird, nachdem man in der Schwitzhütte war. 

Aber nun zu unserem Tag:

Nach dem Frühstück (nicht so kurz vor acht wie geplant) ging es los für alle außer unsere Patienten, die im Bett bleiben mussten, um sich zu erholen. Kaum waren wir an unserer Schwitzhüttenbaustelle angekommen, ging es auch schon los mit der Arbeit. Eine Gruppe begann den Unterschlupf fertigzustellen und auszubessern, den wir am Tag zuvor bei Einbruch der Dunkelheit in Eile gebaut hatten, um das Feuerholz trocken zu halten. Da wir das wohl nicht so wirklich alleine auf die Reihe gekriegt hätten, half uns Adolfo, ein Mitarbeiter der One World Farm. Währenddessen baute die andere Gruppe an unserer Schwitzhütte weiter. 

Sie schnitten weitere Blätter von verschiedenen Bäumen ab, die später zum Dach werden sollten. Wiederum andere gruben das Loch, wo später die heißen Steine hineingelegt werden. Nach diesen vielen Arbeiten ging es dann bereits zurück, wo wir alle zusammen zu Mittag aßen. Einige von uns mussten jedoch schon sehr schnell wieder los, weil sie zusammen mit Adolfo eine Ranger-Patrouille machen durften. Hierfür wanderten sie tief in einen Teil von Kens Regenwald, um sicherzustellen, dass dort niemand illegal gerodet oder sich niedergelassen hatte. Mit den Leuten, die auch nachmittags noch an unserer Hütte weiterarbeiten wollten, gingen wir dann kurz vor 16:00 Uhr wieder zu unserem Bauplatz. 

Dort begannen wir das Grundgerüst der Hütte mit Ästen zu bauen, die wir am Tag zuvor geschnitten hatten. Auch dieses Mal arbeiteten wir Hand in Hand, nur hatten wir den Vorteil, dass wir jetzt nur noch ungefähr zehn Leute waren, was die Verteilung der Arbeiten ziemlich erleichtert hat. Pünktlich zum Einbruch der Dunkelheit schafften wir das Grundgerüst zum Glück fertig und ließen dann den Abend mit zwei Vorträgen vom Economics Pathway von Marlene („Das Bruttoinlandsprodukt- Wozu brauchen wir Wachstum?“) und Marco („Green Economy und Grünes Wachstum“) ausklingen.

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