Ocean College

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Wir entdecken unerwartete Malkünste

Date: 15.01.2019
Autorin: Helena
Position: Coronado, Costa Rica

Etwas frierend wache ich am Morgen um 05:45 Uhr im Bett neben Elly vom lieblichen Klang des Weckers auf. Obwohl es jetzt schon oft erwähnt wurde, muss ich es auch nochmal erzählen: Es ist echt kalt hier! Ich schlafe mit langer Hose, Socken, langem T-Shirt und drei dicken Decken.

Doch alleine der Gedanke an das Frühstück, das unsere Gastomi Zaida uns jeden Morgen bietet, treibt uns aus dem Bett. Spiegelei mit Schinken, Kakao, Orangensaft und ein Teller Obst. Wer kann dazu schon nein sagen?

Nur eine halbe Stunde später werden wir zwei von Basti und Fabi abgeholt, die nur ein paar Minuten entfernt wohnen. Gemeinsam laufen wir zur Kirche, wo wir uns mit der ganzen Gruppe treffen. Als Christian kommt, sitzen wir alle schon wie die Hühnchen auf der Stange auf den Stufen und verschönern ihm den Morgen mit einem wunderschönen Geburtstagsständchen. Obwohl unsere Stimmen so früh am Morgen krächzend und kratzend klingen, habe ich definitiv ein Lächeln gesehen!

Heute sind wir leider dreifach dezimiert. Als erstes müssen wir feststellen, dass Robi und Sinan krank sind und sie bei ihrer Gastfamilie bleiben, als zweites verabschieden wir uns alle von Niki, der nun zusammen mit seinem Leihauto und seiner Freundin den wohlverdienten Urlaub antritt. Also fahren wir nur mit Johannes und Elsa von der Sprachschule mit einem kleinen Bus ein paar Minuten bis zu einer Kita.

Dort bekommen wir kurz auf Spanisch eine Einführung, die Ronja uns freundlicherweise übersetzt: Die Kinder von Eltern, die beide arbeiten oder ein Studium machen, werden dort betreut und verpflegt. Danach beginnen wir alle Wände weiß anzumalen. Viele finden es ein bisschen schade, die schön bunten Wände so langweilig zu streichen, aber Johannes erklärt, dass ja jeden Tag Kinder hier wären und so die Wände ohnehin bald bunt wären, was ich recht einleuchtend finde.

28 Jugendliche, die mehrere Stunden mit Farbe hantieren… wer hätte es gedacht, dass viele bald weiße Farbflecken auf dem ganzen Körper haben. Nach einem harten Kampf mit Justus haben wir beide weiße Farbe im Gesicht, auf den Armen und am Hals, sodass wir am Ende über 20 Minuten im Bad mit Abwaschen verbringen. Leider ist das Ganze nur teilweise erfolgreich, weil wir mit Ölfarbe gearbeitet haben und diese extrem schwer bis gar nicht zu lösen ist.

Trotz manch anderer Verunstaltungen machen wir nach einem kurzen Snack und der Fertigstellung unseres Kunstwerkes dann ein Gruppenfoto und fahren mit dem Bus zur Sprachschule.

Nachdem wir wieder einmal unsere Malkünste bewiesen haben, bekommen wir alle ein wohlverdientes Mittagessen und spielen dann wieder Tischtennis, bis der Unterricht losgeht. Der eine Teil der Gruppe geht in ihre Spanischklassen und wir genießen in einer großen Gruppe die erste Geschichtsstunde bei Johannes. Ein Glück bin ich mit Nils und Poldi in einer Klasse. Äußerst unterhaltsam schweifen die beiden immer wieder von einer offenen in eine private Diskussion ab und erinnern ein wenig an ein altes Ehepaar.

Darum gehen die zwei Stunden viel zu schnell vorbei und wir ziehen von Aula 2 in unsere Klassenzimmer um. Mit Nils, Poldi, Niklas, Fabi und Justus lausche ich unserer Lehrerin und beantworte ihre spanischen Fragen. Nach Ende der Stunde bin ich wieder mal beeindruckt, wie viel man in so kurzer Zeit lernen kann.

Erstaunlich schnell ging der Nachmittag rum und Elly und ich laufen wieder unsere 20 Minuten zurück nach Hause. Dort bleiben wir aber nur so lange, wie wir brauchen, um mit Theresa und Penelope unser Treffen zu klären. Nach höchstens 10 Minuten treffen wir uns mit Basti und Fabi wieder vor unserem Haus und laufen hoch zum Park vor der Kirche. Damit ich nicht so friere wie gestern (Mama, das hab ich bestimmt von dir), gehe ich heute mit zwei Paar Socken und meinem Thermoshirt unter dem Pulli aus dem Haus.

Gerade als wir unsere Milchshakes ausgetrunken haben, kommen Theresa, Penelope, Nick und Justus an und siehe da… Nick und Penelope haben sich endlich die gewünschte Gitarre gekauft. Bis es dunkel ist sitzen wir im Kreis in der Wiese, spielen Gitarre und singen. Weil jeder nur ein paar Stücke auswendig kann, wird die Gitarre herumgereicht und jeder kommt mal dazu zu spielen.

Um 18:30 Uhr trennen wir uns und jeder läuft in seine Richtung nach Hause, wo Elly und mich ein warmes Bett und ein leckeres Abendessen erwartet.

Und so haben wir es doch tatsächlich geschafft, einen Tag in Costa Rica in einer Gruppe mit Sonnenuntergang und Gitarre ausklingen zu lassen. Kann man es schöner haben?

Helena

PS. Jetzt drück ich jeden aus meiner Familie ganz fest und wünsche alles Gute für die nächste Zeit. Auch an meine Freunde ganz liebe Grüße (Marie: Ich verlass mich drauf, dass du das liest:)).

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