Endlich Bermuda

Schiff: Johann Smidt
Datum: 24.02.2026
Position: Bermuda
Nautische Position: 32°22.7’N 064°40.9’W
Etmal: /
Total: 8654 sm

Endlich, endlich Land! Das dachten sich alle heute, als wir um 09:00 statt Schule zum Allhands geholt wurden. Die Nacht war wegen des Sturms immer noch recht unentspannt und ich habe, da ich Besuch in meinem Bett hatte, auch nur mittelmäßig viel Schlaf bekommen.

Nach meiner Wache bin ich nämlich ins Bett gekommen und habe gesehen, dass Vincent dort aus mir unbekannten Gründen schon schläft. Das hätte dem müden und seekranken Leopold aber nicht viel egaler sein können und ich habe mich einfach mit rein gequetscht.

Die Leute aus den Nachtwachen waren über das fehlende Ausschlafen zwar eher unglücklich, aber mir mit meiner schönen 08:00 bis 12:00 Wache war 09:00 Uhr Allhands mehr als recht. Vor dem Manöver haben wir noch die Ansage bekommen, dass während der Zeit in Bermuda nur vorne auf Toilette gegangen werden darf und auch die Duschen vorne jetzt für Jungs und Mädchen sein müssen.

Die Nachricht an sich ist natürlich nicht besonders erfreulich, aber durch die Vorfreude auf Bermuda konnte auch das die Stimmung nicht runterkriegen.

Nachdem wir alle Segel runtergenommen haben, sind wir unter Motor direkt auf Bermuda zugefahren und kurz vor der Einfahrt kam dann auch ein Lotse an Bord. Der lässige Einheimische hat uns dann gekonnt in den Hafen gesteuert, wo wir neben der Thor Heyerdahl angelegt haben.

Wie wir alle wussten, kommen nach dem Anlegen erstmal Decksarbeiten, also haben wir uns bereit gemacht, die Segel zu verpacken, Müll rauszubringen, die Bilge auszuräumen und klar Deck zu machen.

Ich dachte, ich hätte mich taktisch perfekt um das Falten des Try-Segels herumgedrückt, wurde dann aber leider zum Einpacken des Großsegels geholt, was im Endeffekt viel länger gedauert hat, aber mit den richtigen Leuten auch Spaß gemacht hat. Allerdings ist uns immerhin das Reinschiff heute erspart geblieben.

Nach einem Marmorkuchen, der brutal angeschoben hat und uns allen neue Energie gegeben hat, kam gegen 17:00 das Proviant-Team mit neuen Lebensmitteln, die wir dann auch noch verräumt haben – mit der Aussicht auf Free Shore Leave. Um 19:00 wurde dieser dann endlich genehmigt und wir konnten bis 22:00 machen, was wir wollten.

Ich bin mit einer Gruppe Pizza essen gegangen, was nach 15 Tagen Überfahrt eine riesiege Erlösung war, auch wenn beim Bezahlen einem ein wenig die Seele geschmerzt hat. Das WLAN-Passwort des Restaurants haben wir uns für den Handytag morgen natürlich auch noch erbettelt und dann saßen wir noch eine Weile auf einer Bank und haben uns unterhalten.

Zurück auf dem Schiff sind dann noch die Schüler von KUS unser Boot besichtigen gekommen und haben, wie alle, die die Johnny besichtigen, den Mund vor lauter Staunen gar nicht mehr zubekommen. Jetzt habe ich Hafenwache von 10:00 bis 12:00 und darf wegen der kaputten Waschmaschine jetzt doch nicht waschen und gehe dann endlich mal ohne Leebrett in mein Bett.

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