Karibischer Lifestyle

Schiff: Johann Smidt
Datum: 03.01.2026
Position: Karibisches Meer, San-Blas-Inseln
Nautische Position: 09°33,59’ N 078°51,63’ W
Etmal: 8 nm
Total: 6731 nm

Unser heutiger Tag war wie aus einem Bilderbuch herausgeschnitten. Als wir geweckt wurden, erwarteten uns Sonne, türkises Meer und Palmen. Wir ankern mit der Johnny mitten zwischen den San-Blas-Inseln, einer wunderschönen Inselkette im karibischen Meer und hier wollen wir drei Tage lang alle Klischees der Karibik auspacken.

Nach dem Frühstück sind wir erst noch einmal zu der Insel geshuttelt, auf der wir gestern schon waren. Auf dieser Insel befindet sich ein entzückendes kleines Dorf, das zu einem großen Teil von Kleinkindern bevölkert wird. Eben diese nahmen uns – wie gestern schon – herzlich in Empfang. Sofort hatten wir alle Kinder auf dem Rücken und an den Händen und rannten über die Insel, spielten Basketball und genossen die gemeinsame Zeit.

Gegen Ende kauften wir uns bei einem örtlichen Laden Donuts für Kaffee und Kuchen am Nachmittag. So entstand eine Situation, die ein wenig herausfordernd und unangenehm war. Die Kinder, die auf der Insel unsere ständigen Begleiter waren, dachten, die Donuts wären für sie. Offensichtlich kommen immer wieder Touristen und kaufen den Kindern Süßes.

Wir hatten freilich nicht die Mittel, hundert Kinder mit Donuts zu versorgen. Außerdem wollten wir nicht, dass unser Besuch auf dieser Insel dem Besuch eines Zoos gleicht, wo man hingeht, schaut, wie die Tiere so leben und ihnen dann noch Futter gibt.

Nichtsdestotrotz blieb ein bedrückendes Gefühl, als wir reiche Deutsche mit Blechen voller Süßkram auf unser Schiff fuhren und eine Insel zurückließen, die noch nicht einmal eine Kanalisation besitzt und deren Leben von Zerstörung und Leid geprägt ist.

Mit gemischten Gefühlen und Eindrücken fuhren wir unserem nächsten Abenteuer entgegen: Einem Schwimmstopp an einer anderen, weniger besiedelten Insel. Nach einer knappen Stunde Fahrt ging es an Land. Einige schwammen zum Strand, andere fuhren mit dem Dingi.

Am Strand fanden Paul, Emil, Leopold und ich eine Mission: Kokosnuss. Wir fanden eine geeignete, die auf dem Boden lag und machten uns ans Werk. Mit jedem Versuch, die Nuss aus ihrer faserigen Hülle zu befreien, wurden wir wilder und affenähnlicher.

Mit Steinen, Stöcken und roher Gewalt schafften wir es irgendwann. Mit lautem Triumphgeheul tranken wir die Kokosmilch und aßen das süße Kokosfleisch. Nach zwei Kokosnüssen hatten wir aber genug.

Am Strand trafen wir auf Roque und Vincent und zusammen mit Caspar und Mats machten wir uns im Dingi auf zu einem Jungstrip (Tom konnte leider nicht mit, weil er Backschaft hatte). Wir fuhren in das Wasser, das am blauesten schimmerte und sprangen.

Genau wie bei der Kokosnuss wurden wir auch hier mit jedem Sprung und mit jedem Meter, den wir fuhren, wilder. Schließlich waren wir ein Boot voller brüllender und grölender Affen, die es sich bald zur Aufgabe gemacht hatten, jede Kokosnuss, die im Wasser trieb unter Einsatz von Händen und Füßen aus dem Wasser zu holen.

Es war ein unglaublicher Spaß! Dabei entdeckten wir sogar einen Rochen, der mindestens 1,20 Meter groß war und völlig unbeeindruckt von unserer Raserei vorbeischwamm.

Als wir schließlich von der Johnny mittels eines Schallsignals zurückgerufen wurden, kamen wir zurück an Bord, wo wir bald darauf den Anker lichteten und zu einer weiteren Insel fuhren. Dort verfolgten wir einen ganz besonderen Plan: Wir wollten nämlich auf einer einsamen Insel übernachten.

Bedauerlicherweise waren wir nicht die Einzigen mit dieser Idee, weshalb schon einige Segelyachten vor den fünf Inseln lagen, bei denen wir schließlich auch unseren Anker warfen. Schnell wurde ein Expeditionsteam ausgesandt, das ausloten sollte, welche Insel für unser Vorhaben am geeignetsten ist.

Nach wenigen Minuten hatten wir uns für eine kleine Insel entschieden, auf der nur ein kleines Haus stand. Dort sprach Birte mit der Familie, die dort wohnte und uns gegen eine kleine Bezahlung gerne aufnahm.

Also fingen wir eilig an, auf die Insel zu shutteln, sodass wir vor Einbruch der Dunkelheit dort waren. Nach unserer Ankunft bauten wir unsere Zelte auf und spannten unsere Hängematten. Den Abend verbrachten wir damit, gemütlich zusammenzusitzen und zu reden. Als wir uns spät abends auf unsere Isomatten niederlegten, schliefen wir mit den herrlichen Eindrücken dieses Tages ein, bis es plötzlich aus heiterem Himmel zu regnen begann.

Ein Wettrennen gegen die Zeit startete. Jeder griff sich alle Dinge, die nicht nass werden sollten, und wir retteten uns in ein Zelt, wo wir dann den Rest der Nacht verbrachten.

Heute war wohl einer der karibischsten Tage dieser Reise und wir haben ihn alle sehr genossen – vom Schwimmen über die Palmen bis hin zum Zelten. Es wurde uns klar, wie schön dieses Gebiet ist, aber auch, welche Probleme es hier gibt. Mit großer Vorfreude erwarten wir, was uns morgen alles überraschen wird.

Viele Grüße aus der warmen Karibik an alle, die wir zu Hause zurückgelassen haben und die uns dennoch digital verfolgen!

Grüße

Nepomuk: Ihr Lieben, viele Grüße aus der sonnigen Karibik! Ich genieße es hier sehr und denke immer wieder an euch! Danke sehr an alle, die an mich denken und für mich beten! Ich freue mich jetzt schon sehr auf Costa Rica! Auf jeden Fall Frohes Neues Jahr und möget ihr einen guten Rutsch gehabt haben!

Anne: Halöle nach zu Hause! Viele liebe Grüße aus dem Paradies, gestern habe ich wirklich verstanden, warum man das so nennt! Upps, was hältst Du von Schlafen in der Hängematte unter Palmen mit Meerblick? Würde Dir gefallen, ich hoffe, es geht Dir im Schnee aber auch gut! Ich drücke euch alle ganz ganz lieb in Gedanken, das erste Mal in 2026! Frohes Neues, eure Anne

Nach oben scrollen