Ocean College

Pädagogischer Ansatz

Unser Pädagogischer Ansatz beruht auf unterschiedlichen Theorien. Kurt Hahn, Heinrich Pestalozzi, sowie aktuelle Philosophen und Wissenschaftler*innen prägen unsere Arbeit.

Kurt Hahn

Das Projekt Ocean College ist unter anderem inspiriert durch das Konzept von Kurt Hahn. Dessen Kern ist es, Kinder und Jugendliche Erfahrungen auf authentischen Handlungs- und Erlebnisfeldern sammeln zu lassen.

Hahn entwickelte das Programm „outward bound“. Der Begriff ist der englischen Seefahrt entliehen. Er beschreibt den Zustand eines Schiffes, das mit allem benötigten Material und Wissen ausgerüstet im Hafen liegt. Fertig, um in See stechen zu können.

Hahn nutzte diese Umschreibung als Synonym für die Vorbereitung junger Menschen auf die große Fahrt des Lebens.

Da die Jugendlichen bei allen Tätigkeiten von Experten begleitet werden, bietet der Arbeitsalltag an Bord einerseits einen pädagogischen Schonraum, sich in verschiedenen Tätigkeitsfeldern auszuprobieren. Andererseits werden die Jugendlichen mit sozialen Phänomenen konfrontiert, die ihnen im späteren Leben wieder begegnen werden.

Farbe aus Früchten

Heinrich Pestalozzi

Überdies orientiert sich das Konzept von Ocean College an Pestalozzis „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“.

Verstehen ist nicht ohne Erleben möglich. Das ist immernoch ein moderner Ansatz, welcher durch die Neurobiologie des Lernens gestützt wird. Diese besagt, dass immer mit allen Sinnen gelernt wird. Erlebnisse ziehen tiefgreifende Erfahrungen nach sich und machen den Lernprozess nachhaltiger.

Wissenschaftler

Was diese beiden großen Denker schon im 18. und 19. Jahrhundert erkannten und umsetzten, wurde in den vergangenen Jahren von prominenten Wissenschaftlern und Persönlichkeiten noch verstärkt.

Anerkannte Experten wie Gerhard Roth und Gerald Hüther aus der Neurobiologie, Richard David Precht aus der Philosophie, Harald Lesch aus der Physik und Naturphilosophie oder Manfred Spitzer aus der Psychologie treten mit radikalen Kritiken gegen das herkömmliche Schulsystem an.

Schließlich sind in einer zunehmend komplexen, vielschichtigen und vernetzten Welt die alten Konzepte von Schule immer unbrauchbarer.

Die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts können nicht mehr nur mit den Lernmethoden der Schule gemeistert werden. Weil die sich oft noch auf Gleichförmigkeit, Auswendiglernen und lineares Curriculum stützen.

Vielmehr geht es um den Umgang mit Komplexität, Erziehung zur Nachhaltigkeit, Kommunikation in einer globalen Welt und damit auch um Persönlichkeitsbildung.

Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich? Wer diese Fragen beantworten kann, ist besser für die Zukunft gerüstet. Wenn selbst ein Unternehmen wie die Deutsche Bahn bei der Auswahl der Auszubildenden auf die Schulnoten keinen Wert mehr legt, dann muss jedem klar werden, dass diese traditionelle Form der Wissensvermittlung- und bewertung ausgedient hat.

Jugendliche werden durch besondere Umgebungen und Herausforderungen in ihre Kraft gebracht. Wir machen den Unterricht praktisch nachvollziehbar. Langsamkeit wird als Fähigkeit in einer allgemein beschleunigten Welt geboten. Statt nur in der Schule wird im Leben gelernt. Somit können sich die Jugendlichen auf ihre Fahrt ins Leben begeben.