Expitage Gruppe 4

Tag 1:

„Piep!!!“– von diesem schrecklichen Ton wurden wir bereits um 04:00 morgens aus dem Bett geworfen, obwohl das mehr oder weniger übertrieben ist, denn wir schliefen alle auf dem Boden wie in einem riesigen Zeltlager auf der Kaffeefarm.

Das lag daran, dass wir am Vorabend alle unsere Zelte schon abgebaut haben.

Deshalb waren wir auch alle ziemlich fertig, als wir gegen 5 Uhr aufbrachen, um den Bus nach San José zu nehmen. Zunächst waren wir skeptisch, da wir schon in mehreren Reiseführern gelesen hatten, dass die Busse mehr oder weniger dann kommen, wann sie wollen. Doch wir hatten Zuversicht, dass der Bus pünktlich kommt, da in der Mitte von uns ein Einheimischer saß, der sehnsüchtig auf den Bus gewartet hat.

Letztendlich wurden wir sogar vier Minuten zu früh von unserem Bus abgeholt, was uns alle sehr positiv stimmte.

Die Fahrt in die Hauptstadt verlief auffällig unauffällig- kein Stau , keine plötzlichen Zwischenstops oder Ähnliches. Nach circa zwei Stunden erreichten wir endlich San José und freuten uns nach einem langwierigen Fußmarsch- mit Rucksäcken- auf das Hotel.

Das einzige Problem: das Hotel musste erstmal gefunden werden.

Dank Joshuas grandioser Führung liefen wir nämlich zweimal in das falsche Hotel (was mit bestialisch schweren Rücksäcken und massivem Schlafmangel nicht das gelbe vom Ei ist), waren dann aber umso glücklicher, als wir dann endlich in unsere eigenen Betten fallen konnten.

Jedoch war nicht so viel Zeit zum Ausruhen da, denn unsere Bäuche knurrten, als hätten wir alle seit Jahren nichts mehr gegessen und so gingen wir auf die Suche.

Nur kurz zum Verständnis: Das Einzige, worauf unsere Expigruppe verzichten wollte waren Bohnen mit Reis, da wir in den letzen Tagen ein Trauma davon entwickelt haben- naja, dreimal könnt ihr raten was es zum Frühstück geben sollte…

Den restlichen Tag erkundeten wir die Hauptstadt Costa Ricas (und gleichzeitig auch ihre Fastfood-Restaurants) und verbrachten den restlichen Abend zusammen in einem unserer Zimmer mit riesiger Vorfreude auf die kommenden Tage.

Tag 2:

Heute haben wir am Ende der Welt unseren AKH kennengelernt – aber nochmal ganz von vorn!

Wie auch gestern schon, sind wir in der Früh aufgestanden, um den Bus nach Guápiles zu bekommen. Nachdem wir gestern bereits so viel gelaufen sind, mussten wir natürlich heute auch wieder so viel zur Bushaltestelle zurück laufen, um dann mit dem Bus zwei Stunden zu unserem neuen Airbnb fahren.

Dies stellte sich jedoch als schwierig heraus, da wir mitten im Nirgendwo ausgesetzt wurden und unsere Unterkunft erst einmal finden mussten.

Nach der Hilfe eines Einheimischen kamen wir dann relativ schnell im Paradies an. Wir waren unter uns und hatten keinen um uns herum. Das Grundstück war riesig und das Haus war wirklich mit Herzblut gebaut und hergerichtet. Die Ausstattung war super und wir hatten sogar eine Waschmaschine, volle Küchenausrüstung, sogar zwei Badezimmer und einen Außenbereich mit Bar zwischen den Bäumen.

Und dass wir diese Unterkunft mitten im Nirgendwo gebucht haben, hatte auch seinen Grund.

Denn ungefähr 20 Minuten entfernt lag der Adventure Park mit Ziplining, was wir unbedingt als Aktivität machen wollten. Also riefen wir einen Uber und machten uns auf den Weg. Auf der Fahrt fiel unserem Lehrer Andi direkt der ungewöhnlich gleiche Musikgeschmack des Fahrers (AKH) und sich selbst auf und so verfielen die beiden direkt in ein tiefes Gespräch.

Ab diesem Zeitpunkt schwört Andi darauf, dass wir auf ihn vertrauen können. Daraufhin gab er uns seine Nummer mit den Worten, dass er jederzeit bereit ist uns abzuholen.

Angekommen im Park wurden wir eingewiesen und hatten erstmal kurz Angst, dass Julle aufgrund seines Schuhwerks nicht teilnehmen durfte. Wir hatten davor bereits gesagt, dass jeder ein festes Schuhwerk braucht, aber natürlich war das ihm egal. Also stand er erstmal mit Schlappen da, die selbstverständlich nicht durchgingen. Mit den Crocs von Mila ließ sich das Problem lösen und es konnte losgehen.

Nach einer kurzen Einweisung ging’s dann los.

Die Gurte haben uns ein wenig an die Roald ans Klettern erinnert. Wir sind insgesamt 14 Bahnen gefahren und jedes Mal hatte man eine richtig coole Sicht auf den Urwald. Für die letzte sind wir sogar auf einen Aussichtsturm gegangen, damit wir hoch über den Baumkronen die längste Strecke des Parks (700 Meter) fahren konnten.

Die Aussicht war grandios und es hatte so ein befreiendes Gefühl wie ein Faultier einfach da zu hängen und sich fallen zu lassen.

Nach dieser Erfahrung war unser Adrenalin und unser Puls weit oben, also haben wir erst mal zu Mittag gegessen. Und hier kam die nächste Überraschung: Als wir fertig waren, hat man auf einmal keine Menschenseele mehr gesehen oder gehört und wir dachten schon wir wären im Park eingesperrt worden.

Aber es stellte sich heraus, dass sie extra noch auf uns gewartet hatten, obwohl der Park seit anderthalb Stunden schon geschlossen hatte.

Da wir noch zum Supermarkt wollten, um uns Essen für den Abend und auch für den nächsten Morgen zu besorgen, riefen wir erst einmal unseren AKH an, der einfach direkt bereit war und uns fünf Minuten später schon abholte. Dann hat er sich sogar darauf eingelassen noch 20 Minuten zum Airbnb zu fahren, damit wir unser Geld holen konnten, um uns dann 40 Minuten zum Supermarkt gefahren.

Dort hat er beim Einkauf geholfen und uns einen Code gegeben, um mehr Rabatt zu erlangen. Das war sehr süß von ihm, weil das absolut nicht selbstverständlich war.

Bei der Rückfahrt sind wir nochmal zu der Musik gemeinsam abgegangen und haben uns sehr stark bei ihm bedankt, da er wortwörtlich den ganzen Abend Chauffeur für uns gespielt hat und dazu noch unendlich sympathisch war.

Es ist echt schön zu sehen, dass es so nette Menschen gibt.

Am Ende des Tages haben wir unsere eingekauften Spaghetti mit Tomatensoße gekocht und verspeist und in der Unterkunft auf unseren Tag angestoßen, der so voller neuer Erfahrungen gefüllt war.

Tag 3:

Auch wenn der dritte unserer Expitage nicht so wie geplant verlaufen ist, hat es sich am Ende doch noch sehr gelohnt!

Und zwar war der eigentliche Plan um 10:00 den Bus nach Cahuita zu nehmen und den Nachmittag dort schon zu verbringen. Allerdings bekamen wir keinen Uberfahrer zur Bushaltestelle, aber der Besitzer des Airbnbs war so freundlich uns selbst mit seinem Auto dorthin zu fahren.

Trotz dieser Notlösung verpassten wir den Bus leider trotzdem und konnten so den Bus erst um 14:00 nehmen.

Wir standen dann noch zusätzliche zwei Stunden in einer Vollsperrung und kamen wir erst am Abend an. Als wir nach einem weiteren Einkauf zum neuen Airbnb fuhren, sahen wir schon von Weitem diese eine Sache, auf die wir uns seit der Buchung unserer Unterkünfte freuten: ein blau beleuchteter Pool!

Im Dunkeln glitzerte das Wasser richtig schön, also konnten wir der Versuchung ins Wasser zu springen nicht widerstehen…

Und so war das Erste, was wir taten, unsere Schuhe auszuziehen und in unseren Pool zu springen. Dass das Wasser angenehm warm war, war dabei noch ein positiver Nebeneffekt.

Wir alle freuten uns riesig über den Badespaß und vergaßen direkt den nicht so gelungen Tag, da sich schlussendlich alles gelohnt hatte.

Tag 4:

Schon der letzte Expitag?? Das kann doch nicht sein, oder?

Leider doch, aber wir hatten uns vorgenommen den nochmal richtig zu nutzen, uns aber auch ein bisschen Schlaf zu gönnen, weil wir die letzten Tage ja immer früh auf den Beinen waren.

Also schliefen wir erst mal so richtig aus und machten uns entspannt zum ersten Mal richtiges Frühstück. Es gab Rührei, Schoko Cornflakes, angebratenes Toast und Würstchen, Frischkäse, frische Trauben, aufgeschnittene Bananen, Milch und dazu Kakao. Wir genossen es sehr zusammen zu frühstücken und das mit aller Zeit der Welt.

Dann ging es mit Badesachen zum Nationalpark von Cahuita, wo wir süße Affen und einen Nasenbär gesehen haben.

Wir waren dort dann auch im Meer und haben reichlich gebadet und herumgewitzelt. Naja, sagen wir es so, wir hatten unseren Spaß, ganz unbeschwert, mit Sonnenschein, hellblau türkisem Wasser und dem Regenwald daneben. Beim Essen besprachen wir erstmal den weiteren Tagesablauf, weil wir noch ein richtiges tolles Abendprogramm geplant hatten.

Wir wollten bei Sonnenuntergang zum schwarzen Strand laufen, an dem der Sand im Sonnenlicht richtig schön glitzert.

Als es langsam dunkel wurde, sind wir nochmal schwimmen gegangen, was echt cool war. Am Strand gab es auch zwei Schaukeln und Lichterketten, die zwischen den Palmen gespannt waren.

Aber damit ging der Abend noch nicht zu Ende, weil wir zurück im Airbnb Nachos mit Käse überbacken haben, Guacamole angerichtet haben sowie eine Tomaten-Hackfleischsoße, Salsa, Toast und einen kleinen Salat.

Alleine das Zubereiten mit Musik hat schon mega Spaß gemacht, aber das Verzehren war natürlich der Hit.

Dann haben wir noch eine kleine Poolparty geschmissen.

Und wir müssen sagen, die Expitage haben wir echt genossen und auch wenn mal etwas unerwartet kam, dann sind das ja auch die Geschichten, an die man sich sein Leben lang erinnert!

Eure Neele, Julius, Mila, Louisa, Joshua, Linn und Andi

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