Frohe Weihnachten! Feliz navidad! Merry Christmas! Joieux noël!

Schiff: Johann Smidt
Datum: 24.12.2025
Position: Bequia
Nautische Position: 13° 00,4N ; 061° 14,7W
Etmal: 50 sm (total: 5322sm)

Heute ist der 24. Dezember, heute endet unser Adventskalender, ein neuer Abschnitt beginnt und wir verabschieden damit leider auch unsere adventssonntaglichen Filmeabende.

Heute ist der Tag, an dem wir alle nach Hause denken – versuchen zu realisieren, dass Weihnachten ist. Und es ist der Tag, an welchem wir die wahrscheinlich unweihnachtlichsten Erlebnisse und Neuankömmlinge aller Zeiten willkommen heißen dürfen, aber dazu später mehr.

Wie der heilige Tag begann…

Heute morgen haben wir alle ein sehr schönes, spätes Frühstück erwartet, wurden allerdings um 08:00 statt 09:00 mit den Worten: „All Hands! Frohe Weihnachten! Segel setzen!“ geweckt.

Das sehr schöne Frühstück gab es natürlich dennoch, da unsere neue Lieblingsbackschaft, bestehend aus Sören, Tamo, Helena, Josi und Birte, richtig gezaubert hat. Und ich denke, ich spreche für alle, wenn wir sie als neue dauerhafte Backschaft annehmen.

Die neue Lehrer:innen Backschaft ab jetzt bis Amsterdam, wurde von den Schülern so beschlossen.

Das Frühstück begann jedenfalls mit „Ihr Kinderlein kommet“ und „Alle Jahre wieder“, dabei hat uns vor allem Carsten sehr schön begleitet. Natürlich durfte heute morgen auch keine vorweihnachtliche Bescherung fehlen. Wir freuen uns sehr über fünf Sitzpolster und Kissen für unsere neu gebaute Bank.

Zu essen hat unsere Backschaft Schokobrötchen, Rührei, Obstsalat, Christstollen (Danke an Sophias Oma), Tomaten- und Kräuterbutter, Brötchen und Nutella (vielen Dank!) gemacht.

So haben wir unser Brunch um 9:30 Uhr genossen. Danach haben Cecily, Sophie und ich (Sophia) kurzerhand entschlossen, einen Weihnachtsbaum aus Schrubbern, Leichennetzen und Wäscheklammern zu bauen, denn wie soll denn ein Weihnachten ohne Weihnachtsbaum funktionieren?

Der weihnachtliche Badestop…

Der lang ersehnten Badestopp sorgte heute als zweites Weihnachtsgeschenk für noch bessere Laune. Wir waren sehr lange im Wasser, welches sogar deutlich wärmer als die Lufttemperatur war.

Vor allem sind wir sehr viel gesprungen: Es wurden viele Saltos gemacht und wir durften auch von den Wanten (Seile an denen man am Mast hochklettern kann) springen. Dabei sind einige sogar von der zweiten Stufe (ca. 9m) gesprungen. Vielleicht dürfen wir beim nächsten Badestopp auch von der dritten Stufe (13 m) oder gar von der Rah (18 m) abfeuern.

Während alle ihre Köpper und Saltos ausgelebt haben und sich auch das letzte Ego auf Level Maximum befand, haben einige andere die Zeit für die Dingi-Ausbildung genutzt.

Natürlich haben unter Cecilys’ Leitung alle (Melanie, Liv, Mats) ihre Ausbildung gemeistert und Nepomuk hat sogar schon die Prüfung absolviert. Jedenfalls haben wir das morgendliche Baden sehr genossen und hoffen auf weitere Stopps dieser Art.

Die Entdeckung Bequias…

Nachdem wir uns abgetrocknet und fertig gemacht haben, ging es an Land. Wir wurden mit den Dingis von Cecily und Nepomuk rübergeshuttlet und durften Bequia, eine Insel, welche zu St. Vincent gehört, erkunden. Vincent hat sich auf seiner Insel sehr wohl gefühlt und feiert vor allem den Strand.

Der erste Eindruck der Stadt war echt krass, anfangs haben wir gefühlt nur Supermärkte und Straßenhändler gesehen. Die Straßenhändler verkauften von Kokosnüssen bis Ketten mit einem Wal Anhänger aus Walzähnen alles.

Wir waren echt geschockt, als uns klar wurde, dass sie die Wale hier selber jagen und die Jagd somit wahrscheinlich legal ist. Etwas beruhigt hat uns, dass sie alles verwerten, einige Buden haben nämlich auch Wal-Burger verkauft. Allerdings macht es die Jagd auch nicht besser. Auch durfte man, in egal welchem Alter, Springmesser mit einem Walknochengriff kaufen. Wie man sieht, sind auf Bequia Wal-Sachen sehr beliebt, aber nun mal was anderes als das (il-)legale Geschäft.

Die Stadt führt nämlich einmal um die Bucht herum und war wirklich schön. Die Geschäfte und auch die Strände sind sehr beeindruckend. Es gibt wirklich Karibikvibes. Vor allem die bunten, aber auch abgeranzten Strandbars machen die Insel so schön.

Abends haben sie auch alle ihre Lichterketten und Deko raus geholt. Besonders gefreut haben uns die ganzen Palmen und exotischen Pflanzen. Tatsächlich gibt es auch an vielen Obstständen Obst, welches wir gar nicht kannten. Es schmeckt sehr lecker, aber auch echt ungewohnt, leider kenn‘ ich den Namen nicht, da wir den Verkäufer immer nur so halb verstanden haben.

Aber von außen war die Frucht grün und hatte Stacheln, innen aber war sie weiß, ein wenig kaugummiartig und hatte schwarze, große Kerne. Somit haben wir auf Bequia viel Neues entdeckt und viele neue Erfahrungen gesammelt.

Der Beginn eines (weihnachtlichen) Abends…

Nach unserem Landgang, sollten wir uns alle am Ankunftssteg treffen, allerdings hat sich dieser Plan geändert und zwei Gruppen, welche es auf dem Weg nicht erfahren haben, wurden dann von Sören abgeholt. Diese Gruppen durften dann auf dem Weg zum Strand auch unser Abendessen mitnehmen.
Unser Weihnachtsessen war … Trommelwirbel … Pizzaaaaaa!

Alles in allem waren damit alle zufrieden und wir haben sie am Strand, nachdem wir von unserem ersten Platz verscheucht wurden, genossen.

Natürlich durfte unser ganz besonderes Wichteln auch nicht fehlen, hier einmal vorab die Regeln:

1.⁠ ⁠Jeder wirft ein Geschenk in die Mitte

2.⁠ ⁠Ein Zettel, auf dem eine Zahl von 1 – 31 stand, wurde reihum gezogen

3.⁠ ⁠Die Nummer 1 (Tamo) darf sich ein Päckchen aus der Mitte aussuchen und auspacken

4.⁠ ⁠Alle anderen dürfen auch in der Reihenfolge ein Päckchen ziehen und es auspacken, dann muss man entscheiden, ob man sein Geschenk behält oder ein anderes (schon ausgepackt) klaut.

5.⁠ ⁠Ein Geschenk darf nur zwei mal geklaut werden, danach ist es safe

6.⁠ ⁠Die Nummer 1 darf am Ende noch einmal ein Geschenk klauen

Das Wichteln hat sehr Spaß gemacht und selbst wenn dabei jeder immer ein bisschen sauer oder traurig war, hat jetzt fast jeder etwas Schönes. Am meisten wurde von Mats und Klara, um das 1 kg Nutella Glass gekämpft, auch war ein gehäkelter Wal sehr beliebt. Nach dem Wichteln wurde noch ein wenig am Strand gechillt, allerdings hatten einige noch mehr vor…

Der weihnachtliche Abschluss…

Eine Gruppe ist nach dem Strand Richtung Kirche aufgebrochen. Nach einem sehr langem Weg haben wir uns von betrunkenen Leuten den Weg zeigen lassen, welcher natürlich falsch war. Allerdings fanden wir den Weg zur Messe letzten Endes doch und genossen das Weihnachtsfest im katholischen Gottesdienst.

Selbst wenn die Messe auf Englisch war, konnten wir zum Glück alles verstehen. Sie war sehr schön gestaltet, sehr offen und fröhlich. Auch die Predigt war sehr schön und handelte davon, dass Gott auch in zerbrochene Familien kommt und deswegen auch bei jedem einzelnen von uns einziehen möchte, dabei hat der Priester oft angefangen zu singen, was einige von uns sehr überrascht hat.

Es war ein sehr schönes Erlebnis, diese Messe besucht zu haben. Am Ende haben sie für uns persönlich noch ein Willkommenslied gesungen und er hat davon gesprochen, dass es sehr schön ist, dass wir gekommen sind.

Insgesamt ist auch noch wichtig, dass die Kirche sehr klein war und vielleicht (ohne uns) 20 Menschen da waren, das Gebäude war rosa – weiß gestaltet und hatte sogar Ventilatoren an der Decke.

Das beste Weihnachtsgeschenk…

Als wir von der zweistündigen Messe abgeholt wurden, erfuhren wir, dass wir ein neues Beiboot aufgenommen haben. Eine Charter-Segel-Jacht (45 Fuß) hat sich in der Bucht gelöst, der feste Anker hat sich am Meeresgrund gelöst und die Jacht ist mit der Boje davon getrieben. Dabei ist sie direkt auf uns zu, wir haben sie aufgefangen und bemerkt, dass alles abgeschlossen ist, die Segel allerdings nicht mal richtig gepackt sind.

Nach dieser gruseligen Erkenntnis wurde erst mal die Polizei angerufen, welche allerdings aufgrund von Weihnachten nicht dran gegangen ist (Spoiler: Das Boot wurde am nächsten Morgen leider von der Polizei abgeholt :(, wir hätten es natürlich auch gerne behalten. Nun hoffen wir auf Finderlohn, welcher ca. 15.000 € wert sein sollte, was hoffentlich ein wenig unser Costa Rica Budget pushen könnte).

Nun ja, so haben wir unseren Tag mit einer der coolsten Weihnachtsüberraschungen, die man haben kann beendet und genießen jetzt die Nacht draußen, wo wir ein letztes Mal für wahrscheinlich eine Woche, schlafen dürfen.

Ich grüße alle Familien und Freunde und hoffe, dass ihr alle, egal wo ihr gerade seid, frohe und besinnliche Weihnachten feiert! Wir denken an euch!

Frohe Weihnachten!!!!

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