Zurück nach Bermuda!

Schiff: Johann Smidt
Datum: 18.03.2026
Position: Nordatlantik
Nautische Position: 37°26,9522‘ N, 038°25,4940‘ W
Etmal: 108 sm
Bisher zurückgelegte Strecke: 9019 sm

Warum heißt dieser Tagesbericht „Zurück nach Bermuda“? Das ist bestimmt eine Frage, die sich jetzt viele von euch stellen. Tja er heißt so, da wir seit heute Nachmittag halt eben genau das machen, wir fahren wieder in Richtung Bermuda.

Jetzt fragen sich bestimmt viele, warum wir das machen. Da wir doch eigentlich in einem guten Monat wieder in Scheveningen ankommen sollen und Bermuda die komplett falsche Richtung für dieses Ziel ist. Viele von uns fänden es wahrscheinlich auch gar nicht so schlimm, wenn wir zurück fahren würden.

Denn jetzt, wo wir nur noch einen Monat vor uns haben, fängt man so langsam an zu realisieren, dass die Reise bald vorbei ist. Auch wenn wir es alle nicht wahrhaben wollen, ist es eine Sache die immer näher rückt. Wir können es nicht mehr ignorieren, dass wir schon ganz bald wieder alle zurück in unserem alten Leben sind.

Da müssen wir nicht beim Essen alle Sachen in Kisten auf dem Tisch stauen und diese Kisten dann verkrampft festhalten, während man gleichzeitig noch seinen Teller festhält und versucht zu essen. Das alles nur, damit nichts vom Tisch runterfällt. Wenn man aufstehen will und dann erstmal auf die „richtige Welle“ wartet, um mit dem Schwung der Welle aufzustehen.

Manchmal, je nachdem auf welchem Bug wir fahren, fällt einem auch immer, wenn man auf Toilette ist, der Toilettendeckel in den Rücken. Also zurück zur Frage, warum wir überhaupt wieder in Richtung Bermuda fahren. Wir fahren momentan in die Richtung, da sich vor uns ein Sturmtief befindet, in das wir uns nicht hineinbewegen wollen.

Aber voraussichtlich werden wir morgen früh wieder umdrehen und den Kurs auf die Azoren setzen. Jetzt gerade befinden wir uns am Rande des Tiefs und haben 7-8 Windstärken und das größte Problem bei diesem Wetter ist das Kochen… denn bei 7-8 Windstärken ist eben auch der entsprechende Wellengang. Denn ab einer gewissen Schräglage ist es eben einfach zu gefährlich, was auf dem Herd zu kochen. Im Ofen kann man auch nicht so viel machen, da es halt von den Blechen runterrutschen würde.

Unter diesen Umständen muss man kreativ werden, was man für knapp 40 Leute machen kann, ohne sich dabei zu gefährden oder den Ofen komplett schmutzig zu machen… Für morgen haben wir noch das Glück, eingefrorene Kürbissoße für Kürbispasta zu haben. Das Problem an der Sache ist nur, dass wir noch nicht genau wissen, ob man morgen überhaupt Nudeln kochen kann und falls dies nicht der Fall sein sollte, muss die Backschaft kreativ werden, was sie als alternative machen könnten.

All solche und noch ganz viele andere Sachen gehören für uns schon zum ganz normalen Bordalltag. Z.B. habe ich (Mathilda) mich heute, nachdem wir umgedreht sind, erstmal darüber gefreut, dass mein Bett jetzt auf der richtigen Seite ist. Um den Zusammenhang zu erklären: Meine Koje ist auf der Backbord Seite und als wir noch in Richtung Azoren gefahren sind, hatten wir immer mehr Schräglage nach Steuerbord, da unsere Segel uns auf diese Seite gedrückt haben.

Jetzt, nachdem wir umgedreht sind, haben wir mehr Schräglage nach Backbord, was für mich heißt, dass ich jetzt nicht mehr Angst haben muss, dass ich trotz meines Rausfallschutzes aus dem Bett fallen könnte. Also freu‘ ich mich, in zwei Stunden, nach meiner Wache, in meine Koje zu gehen und ohne mich verkrampft festhalten zu müssen, schlafen zu können.

Grüße:

Munguru: Liebe Aminata, liebe Lotte, heute musste ich auf dem Vordeck Rost wegschrubben, unnötigste Arbeit. Hat nicht geklappt und dann sollte ich Salz vom Deck schrubben, obwohl die ganze Zeit Wellen aufs Deck kam. Manchmal hab‘ ich ein Fragezeichen vor dem Kopf. Auf jeden Fall ich bin Projekt Leitung geworden. Super, Daumen hoch!

Tilly: Hola, ich hoffe, euch hat mein Tagesbericht gefallen und natürlich auch, dass es euch allen gut geht! Hab‘ euch lieb und bis ganz baldd❤️❤️❤️

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