Expibericht 3.0

Schiff: Johann Smidt
Position: Costa Rica
Nautische Position: /
Etmal: /
Gesamt: 6836 nm

03:30 aufstehen – das macht niemandem Spaß, aber die Vorfreude auf die bevorstehenden Expitage hat die Müdigkeit etwas gemildert. Die meisten Gruppen sind gemeinsam, nach einem Abschied auf der Kaffeefarm, im selben Bus nach San José gestartet und so in das große Abenteuer aufgebrochen.

Unsere Gruppe ist mit den anderen Cahuita-Gruppen zum nächsten Busbahnhof gelaufen. Dort sind wir direkt in den nächsten Bus eingestiegen, und weiter ging es nach Cahuita.

Nach einer lang ersehnten Pipi- und Essenspause sind wir endlich angekommen. Wir haben die Stehplätze erwischt und unsere vierstündige Busfahrt im Gang verbracht. Nun sind wir in Cahuita und unser Weg führte uns direkt in den Supermarkt, wo die Vorräte für die nächsten Tage besorgt wurden (was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Wir werden täglich einkaufen gehen, weil wir immer irgendetwas vergessen haben).

Da der Supermarkt diesen Service anbietet, wurden wir gemeinsam in einem Bus des Supermarkts zu unserem Airbnb gebracht. Unsere erste Reaktion: „Premium“.

Nachdem wir ausgepackt und die Umgebung erkundet hatten, wobei wir nicht nur den wunderschönen Strand, sondern auch unser erstes Faultier entdeckt haben, waren wir alle sehr hungrig und begannen mit dem Kochen. Heute gab es eine asiatische Nudelpfanne. Danach sind wir sehr müde alle in unsere durchaus großen Betten gefallen und haben uns auf unsere Expitage gefreut.

Erster Tag

An unserem ersten richtig vollen Tag sind wir gegen neun aufgestanden, um dann zusammen Frühstück zu machen. Es gab Toast mit vielen Aufstrichen und Früchten, was nach der langen Zeit auf dem Boot echt mal gut war. Dann sind wir auch schon aufgebrochen, um in die Stadt zu gehen.

Das hat leider doch länger gedauert als geplant, und wir sind circa 45 Minuten später angekommen, wo wir erst einmal alle Souvenirshops ausfindig gemacht haben und ordentlich eingekauft haben. Danach sind wir Mittag essen gegangen, um anschließend noch im Meer schwimmen zu gehen.

Es hat sehr viel geregnet, aber es war super schön und angenehm kühl. Zum Abendessen haben wir Pizza gegessen, was mit dem Ofen eine Herausforderung war, da dieser komischerweise unten ein Feuer hatte und das Backpapier immer angefangen hat zu kokeln.

Als wir dann endlich fertig waren, haben wir bemerkt, dass wir das Backpapier nicht mehr vom Pizzaboden abbekommen haben. Insgesamt war der Tag sehr schön, aber ein bisschen regnerisch.

Zweiter Tag

Der zweite Tag begann entspannt um 9:00 mit dem Frühstück. Es gab von Birte selbst gebackenes Baguette, frische Früchte und weitere Kleinigkeiten – genau richtig, um gut in den Tag zu starten. Danach hatten wir etwa zwei Stunden Zeit, um unsere Freunde und Familie zu Hause zu informieren, wie es uns geht und was alles passiert. Das war ein ruhiger Start, bevor es sportlich wurde.

Anschließend ging es zum Surfen. Die Wellen waren an diesem Tag wirklich perfekt, eher etwas für Profis – also genau richtig für uns, Paul und Leopold. Wir hatten richtig gute Bedingungen auf dem Wasser.

Der breite, ziemlich krasse Surflehrer, von dem wir die Boards ausgeliehen hatten, beobachtete uns eine Weile und meinte sogar, dass wir gute Surfer seien (Anmerkung der Redaktion: Er hat das Gegenteil gesagt). Das hat uns natürlich extra motiviert und den Surfspot noch besonderer gemacht.

Nach dem Surfen wurde es etwas stressig, denn wir standen unter Zeitdruck. Wegen der anstehenden Night Tour hatten wir nur ein sehr knappes Zeitfenster. Uns blieben gerade einmal 15 Minuten, um uns fertig zu machen und komplett in voller Montur bereit für die Nachtwanderung zu sein.

Die Night Tour dauerte insgesamt zwei Stunden und war eines der absoluten Highlights des Tages. Wir wurden von zwei super netten Guides begleitet, die selbst total begeistert von der Natur und den Tieren waren, die wir gesehen haben. Diese Begeisterung hat sich sofort auf uns übertragen.

Während der Tour haben wir unglaublich viel entdeckt: insgesamt drei Schlangen, davon eine sehr giftige. Uns wurde erklärt, dass ein Biss tödlich sein kann, wenn man nichts unternimmt, und man innerhalb einer Stunde sterben könnte.

Außerdem haben wir viele Tarantulas gesehen, verschiedenste Insekten, ein Opossum und natürlich den berühmten rotäugigen Frosch aus Costa Rica. Ein besonderes Erlebnis war auch, dass wir eine große Spinne über unsere Hände laufen lassen durften.

Nach der Night Tour waren wir müde, aber sehr zufrieden. Zum Abendessen gab es eine Reis-Bowl mit Hühnchen/Tofu und Gemüse – genau das Richtige nach einem so langen und ereignisreichen Tag.

Dritter Tag

Der dritte Tag fing wundervoll spät um halb zehn an, nachdem wir am Abend zuvor eine Night Tour durch den Dschungel erlebt hatten und erst einmal richtig ausschlafen mussten. Heute gab es das beste Frühstück überhaupt – Pancakes!!

Nach einem Frühstück, wie wir es uns auf dem Boot nie hätten erträumen können, packten wir unsere Sachen für den nächsten Stopp: den Nationalpark von Cahuita. Schuhwerk war nicht unsere erste Priorität, sodass wir in Adiletten und Crocs durchstarteten.

Uns wurde allerdings vorher von einer befreundeten Gruppe geraten, Wanderschuhe zu tragen, was sich aber als komplett unnötig herausstellte.

Wir sahen weder Krokodile noch andere gefährliche Tiere, dafür allerdings einige Affen, Faultiere, Waschbären und Schmetterlinge, die uns sehr glücklich machten. Am Ende unserer zweistündigen Tour beschlossen wir, dass heute auch ein sehr guter Tag zum Surfen ist, weil die Sonne schien und die Wellen hoch genug brachen.

Bis zum Sonnenuntergang verbrachten wir den Tag alle zusammen am Strand, und manchmal schafften wir es, die großen Wellen zu nehmen, manchmal brannten unsere Augen aber auch nur von dem peitschenden, salzigen Wasser.

Am Ende liefen wir etwa 20 Minuten über den üblichen schlammigen Weg nach Hause und zum Abendessen bereiteten wir uns leckere Wraps vor – mit Avocado, Mozzarella, Tomaten, Kichererbsen, Rührei und Reis.

Jeden Tag ein Premium-Abendessen!!

Nach dem Essen haben wir noch Poker gespielt und uns aufs Sofa gefetzt, weil wir schon sehr müde waren. Nach viel Deeptalk und einem entspannten Abend haben wir uns dann ins Bett geschleppt. Was für ein Tag!

Vierter Tag

Am letzten Tag wurden wir um 06:00 aus unseren Träumen gerissen, weil wir wussten, dass wir spätestens in einer Stunde zum Bus los mussten. Nach dem Aufstehen haben wir alle noch fertig gepackt und dann die restlichen Pancakes vom Vortag gegessen.

Mittlerweile schmeckten diese leider wie eine alte Schuhsohle, was uns aber alle nicht gestört hat. Nachdem das Airbnb wieder sauber und ordentlich war, haben wir noch unsere gewaschene Wäsche abgeholt und uns dann einen Uber bestellt.

Angekommen an der Busstation haben wir von unserem restlichen Expigeld Tickets gekauft und dort schon die erste andere Gruppe getroffen. Auf der Busfahrt sind dann nach und nach noch weitere Gruppen dazugestoßen, bis wir alle zusammen in Sixaola angekommen sind.

Dort haben wir in einem Café noch etwas getrunken und anschließend auf dem Bazar geshoppt. Jetzt sitzen wir an der Grenze zu Panama und warten, bis wir durchgelassen werden.

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