Expitage Gruppe 2

Tag 1

Das sind also unsere Expi-Tage. Na toll. Um 04:00 komplett verfroren aufwachen, Sachen packen, dann schnell zur Bushaltestelle und rein in den warmen Bus nach Cartago.

Dort ist nämlich unsere erste Unterkunft. Dachten wir zumindest.

Denn als wir in Cartago aus dem Bus stiegen und auf Google Maps nach unserer Unterkunft suchten, stand da nicht irgendwie „900 m bis zum Ziel“. Nein, Google Maps schlägt uns Flugverbindungen nach Kolumbien vor.

In der Eile haben wir die Unterkunft in Cartago Kolumbien und nicht Cartago Costa Rica gebucht.

Nachdem wir dann realisiert haben, dass wir gerade 60 Dollar verloren haben, planten wir kurzer Hand um und setzten uns in den nächsten Bus in Richtung Ostküste. Das war gar nicht so einfach, weil es für jede Busverbindung ein eigenes Terminal gibt, an dem man die Tickets kaufen muss.

In Cartago haben wir dann zum Glück, nach zwei Stunden, viel Gefrage und einem ausgelassenen Festmahl bestehend aus Baguette mit Frischkäse und Dosen-Thunfisch an der Bushaltestelle endlich das Terminal gefunden. Zu unserem Glück kam auch sofort der Bus, den wir fast verpasst hätten.

Auf der Fahrt ging es zunächst über Turrialba nach Siquirres und von dort über Puerto Limon nach Puerto Viejo auf eine gut gelegenen Campingplatt fast direkt am Wasser.

Die Busfahrten waren bis auf eine kleine Gesangseinnlage von einem Costa Ricaner und immer wärmer werdendem Wetter sehr entspannt. Bei Sonnenuntergang sprangen wir alle noch mal ins Wasser und genossen das angenehm kühle Nass.

Zum Abendbrot gab es dann Nudeln mit Tomatensauce zubereitet von den Chefköchinnen, Nienke und Beeke.

Als wir uns dann satt gegessen hatten spielten wir noch kurz etwas und gingen dann alle ins Bett, um für den kommenden Tag topfit zu sein.

Tag 2:

Man möchte wohl meinen, dass eine Gruppe von acht Jugendlichen, die zum ersten mal seit Monaten selbst entscheiden kann, wann sie aufsteht, erst mal ausschlafen möchte.

Genau das war auch unser Plan, bis jemand, genauer gesagt Anton und Karl, auf die Idee kam, dass es doch eine super Idee ist, morgens joggen zu gehen und sich danach im kühlen Nass der Playa Negra abzukühlen.

So begann unser Tag schon um 05:00 morgens mit einer entspannten Joggingrunde am Strand und Baden während des Sonnenaufgangs.

Wenn schon alle wach sind, kann man ja auch direkt schon Frühstücken. Besonders, wenn der Magen so knurrt. Bananen und Wassermelone mit Porridge standen heute auf dem Speiseplan.

Und weil wir schon so viel Glück mit unseren Unterkünften-Buchen hatten (nicht), stellte sich heraus, dass unser Airbnb doch erst ab dem 26. gebucht ist und nicht, wie wir mit unserem Gastgeber abgesprochen hatten, ab dem 25. Wir brauchten also mal wieder eine Notlösung, die aber zum Glück relativ einfach war: noch eine weitere Nacht auf dem Zeltplatz. Unser Glück, dass niemand anderes den Platz reserviert hat.

Nächster Programmpunkt: durch den Nationalpark in Cahuita wandern.

Eine der größten Herausforderungen in Costa Rica sind meiner Meinung nach die Busse. Man weiß nie hundertprozentig, wann er fährt, wo man einsteigen und wo man Tickets kaufen kann. „Hoffentlich kommt der Bus“, war also unser Gedanke, als wir zur Haltestelle gelaufen sind. Wobei man dazu sagen muss, dass wir uns noch nicht mal sicher waren, ob die Haltestelle wirklich eine Haltestelle war.

Glück gehabt! Der Bus kam und dann ging es los nach Cahuita.

Am Eingang des Nationalparks gab es dann das nächste Problem: keine Musikboxen im Park. Ratet mal, wer eine dabei hatte? Wir natürlich!

Weil wir keinen Rundgang machen wollten, blieb uns nur eine Option: irgendwo verstecken und mit reinschmuggeln. In unserem Fall war das ein Erste-Hilfe-Set. Bevor wir einen zweiten Versuch wagten, ging es noch schnell in den Supermarkt für ein Eis. Die Musikbox blieb natürlich im Rucksack.

Uns ging es ja in erster Linie um das Naturerlebnis: Der Weg im Nationalpark ging die gesamte Zeit am Meer entlang und auf dem Weg konnte man viele verschiedenen Tiere beobachten. Von verschiedenen Affen, über Nasenbären, Waschbären und blauschwänzigen Geckos zu Einsiedlerkrebsen war alles dabei.

Zu unserem Pech hat sich leider kein Faultier sehen lassen so wie für den Rest der Expi.

Da zwischendurch Karl und Anton keine Lust mehr auf „wandern“ hatten, haben wir uns, um die beiden abzulenken, überlegt, wer welches Tier ist. Dabei sind wir zu dem Schluss gekommen, dass Anton eindeutig ein Kamel ist. Bei Deli waren wir uns alle sicher, dass sie ein Känguru ist. Und Karl ist ein faules, aber auch schnelles Tier, was gerne in der Sonne liegt, also ein Jaguar.

„Alle sagen auf drei, welches Tier Beeke ist. Eins- zwei- drei- Schaf.“

So ging es weiter mit Paula, ein Kojote, Nienke, die ein Eisbär ist, Mateo das Lama und Sophia, bei der sich alle auf Kätzchen geeinigt haben.

Mindestens ein mal Essen gehen haben sich die Jungs gewünscht und auch schon ein Sushi-Restaurant rausgesucht. Weil die Mädchen keine Lust hatten Sushi zu essen, haben wir eine Jungs- und eine Mädchenrunde gemacht, wobei sich die Mädchen nicht weniger gegönnt haben.

Bei ihnen gab es Kartoffeln mit einer richtig leckeren Soße, Avocado und Paprika. Avocado war sowieso eines unser Hauptnahrungsmittel. Jeden Morgen und jeden Abend haben wir was aufgeschnitten und mit Salz und Pfeffer gegessen.

Kurz vor dem Schlafengehen haben wir noch unseren nächsten Tag geplant und sind dann nach einem langen, aufregendem Tag schlafengegangen.

Tag 3

Endlich einmal ausschlafen! Wer weiß, ob wir das auf der Reise überhaupt noch einmal dürfen.

Und nachdem wir gestern schon um 4:50 aufgestanden sind, um joggen zu gehen, haben sich die ganze Gruppe gefreut endlich einmal bis 9:00 schlafen zu können. Und zu so einem „Sonntag“ gehört natürlich auch ein entsprechendes Frühstück: Porridge mit Wassermelone, Mango, Bananen, Rührei mit Zwiebeln und Eistee.

Da wir später in das neue Airbnb umziehen, mussten wir in der Früh schonmal unsere Sachen packen. Das heißt Zelte abbauen, Isomatten und Schlafsäcke wieder einpacken und alles wieder in den Rucksack quetschen.

Da wir beschlossen haben den Tag in der Stadt zu verbringen, ein bisschen shoppen zu gehen, vielleicht Eis zu essen und insbesondere Gruppe 1 zu treffen, ließen wir unsere gepackten Sachen vorerst am Campingplatz und machten uns gegen halb 12 auf den Weg zur Bushaltestelle.

Nur gibt es eben folgendes Problem in Costa Rica mit den Bussen: sie fahren, wie sie wollen und ganz bestimmt nicht nach Plan.

Dafür sind wir jetzt alle (inclusive Deli) Studenten… das fragten uns zumindest ein Pärchen aus Kanada, die auf die Antwort, dass Deli unsere Lehrerin, sehr überrascht reagieren (ich würde das als Kompliment nehmen Deli), während wir auf den Bus warten der gegen 12:00 endlich auch an der Playa Negra hält.

Angekommen in Puerto Viejo haben wir erfahren, dass die anderen sich noch in ihrer Unterkunft befinden.

Also konnten wir die Zeit auch nutzen, uns im Souvenirshop umzusehen (Fazit: die teuersten Caps) und Eis zu essen. Denn gegenüber vom Souvenirladen war eine richtig gut aussehende Eisdiele mit argentinischem/ italienischen Eis. Aber ich glaub ich hatte gerade das teuerste Eis meines Lebens in meinen Händen. Gelohnt hat es sich trotzdem nach so langer Zeit ohne richtigen Kugeleis.

Zum Abschluss des Tages haben wir uns Obst gekauft und das als Picknick am Strand verdrückt, bevor es dann im Dunkeln mit dem gesamten Gepäck ins neue Airbnb ging.

Nachdem wir eine halbe Wanderung bergauf durch den „Urwald“ gemacht haben, kamen wir bei einer dreistöckigen Holzhütte mit Balkonen, Hängematten, Sofa und TV inklusive an. Wieder in einem richtigen Bett zu schlafen – danach haben wir alles uns so lange gesehnt..

Tag 4

Für unsere Gruppe begann der Tag heute um 07:00, ohne zu wissen welche Bilder sie heute erwarten würde.

Schnell wurden herrliche Pancakes gemacht und gesnackt, da wir mit ziemlichen Zeitdruck zum Bus und nach Hone Creek zu unserer heutigen Aktivität mussten.

In Hone Creek angekommen hatten wir etwas Zeit uns ein richtiges Frühstück zu organisieren. Heute auf dem Speiseplan: Brot mit Frischkäse und Kräutersalz und Gurke oder Nutella. Da wurden Heimatgefühle geweckt.. Gut gestärkt machten wir uns also auf den Weg zu unserem Shuttle und während wir darauf gewartet haben, wurde sich ordentlich auf einem kleinen “Fitness-Spielplatz” ausgepowert.

Und dann ging es los: Wir haben geplant eine Dschungel-Abenteuer-Tour mit Ziplines und Canyoning zu machen.

Aber was genau uns erwarten würde, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Als wir unsere Klettergurte, Helme und Handschuhe angezogen haben, war ersichtlich wie bei Deli, als Person, die für uns die Verantwortung übernimmt, die Spannung steigt. Allerdings muss man dazu sagen: Die kleine Deli hat sich enorm gefreut, dass es gleich losgehen würde. (Anmerkung von Deli für alle sich sorgende Eltern: es war alles wunderbar nach Normen sicher!)

Und dann war es so weit: Die erste Zipline – hunderte Meter lang über die Baumkronen des Urwalds von Costa Rica schweben.

Dazu kam das selbstständige Abseilen von einem Wasserfall, in ein Wasserbecken hüpfen und ein “Tarzan Sprung”, bei dem man an einem Seil gesichert von einer Plattform springt und einfach über dem Dschungel hin und her fliegt.

Darüber hinaus haben wir kleine, rote, giftige Frösche und sogenannte “Walking Palms” gesehen. Das sind Bäume, die sich zur Sonne ausrichten, indem sie wortwörtlich laufen.

Zwischendurch konnte man immer wieder die grandiose Aussicht über die unberührte Landschaft genießen.

Wieder zurück am Startpunkt gab es Wassermelone und Ananas und auf der Rückfahrt nach Hone Creek konnten einfach Manzana de Agua, also Wasseräpfel, gepflückt werden. Bevor es letztendlich zurück zur Unterkunft ging mussten wir allerdings noch Abendessen und Frühstück einkaufen gehen.

Als krönenden Abschluss des Tages, aber auch der Expis im Allgemeinen, sollte es abends selbstgemachte Burger geben.

Das hieß: „Ab in den Supermarkt, aber in einer halben Stunde kommt der Bus, also Beeilung!“ Und weil unsere Expi schon chaotisch gestartet hat, geht es heute chaotisch weiter: Wir kamen aus dem Supermarkt und sehen, wie unser Bus wegfährt, den zweiten Bus haben wir verpasst, weil noch zwei Leute auf die Toilette mussten und wir dachten der Bus käme später und den dritten hätten wir fast verpasst, weil die Toilettencrew nicht schnell genug gelaufen ist.

In Puerto Viejo angekommen haben wir uns über die Bustickets nach Sixaola morgen informiert und Dollar abgehoben.

Zurück in der Unterkunft hieß es erstmal duschen. Denn den ganzen Tag flussnasse Klamotten tragen war nicht ganz so angenehm.
Spontanerweise entstand dabei im Flur des Airbnbs eine sehr unterhaltsame Mädels Runde, die sich über den gesamten Klatsch und Tratsch der Reise ausgetauscht hat.

Währenddessen haben Beeke, Anton, Karl und Mateo unten das Abendessen vorbereitet und uns mit einem wunderbar angerichteten Festmahl überrascht.

Im Anschluss daran haben wir gemeinsam den Film “Knives Out ” geschaut und dabei Eis gegessen.

Rückblickend war es wirklich ein wunderschöner Tag und vor allem mir ist noch einmal bewusst geworden, wie sehr wir zur einer kleinen Familie zusammengewachsen sind, die immer für einander da ist und sich gegenseitig unterstützt.

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