Schlafen, Kultur und Regen

Datum: 04.11.2023
Position: Calais Hafen
Etmal: 0 nm
Total: 184 nm
Schiff: Regina Maris

Ausschlafen, horay!

Endlich mal ausschlafen! Zumindest für diejenigen von uns, die keine Nachtwache hatten, wie zum Beispiel ich 🙁 Statt um 08:00 Uhr morgens begann unser Frühstück dank dem gestrigen Casino-Abend um 10:00 Uhr. Wie jeden Morgen sorgte unser Koch Jürgen für gefüllte Mägen und glückliche Gesichter.

Museumsbesuch in Calais

Zufrieden durch viel Schlaf und einem leckeren Frühstück konnte uns auch der Regen auf dem Weg zum Museum nichts anhaben. Obwohl die Ausstellungsstücke im „Musée Mémoire Calais 39-45“, das ein ehemaliger Bunker ist, häufig ausschließlich auf Französisch waren und wir wenige Möglichkeiten hatten, diese zu übersetzen, haben die meisten von uns das Museum mit zusätzlichem Wissen über den Zweiten Weltkrieg verlassen.

Das lag unter anderem daran, dass im Museum viele Plakate, Gegenstände und Modelle ausgestellt wurden. Es gab beispielsweise ein Modell zum Atlantikwall (eine Verteidigungslinie der deutschen Besatzer) in Calais. Auch ehemalige Räume, in denen die Soldaten im Zweiten Weltkrieg gelebt haben, wurden realitätsnah ausgestellt.

Spannend fand ich persönlich den Raum zu Ehren vieler Frauen, die sich der damaligen Politik in die Quere gestellt haben, obwohl sie dafür ihr Leben riskiert haben. Nachdem wir das Museum verlassen hatten, war eins der Gesprächsthemen, wie die Menschen im Zweiten Weltkrieg gelebt haben und was das für uns bedeuten würde. Da sich hier die unterschiedlichsten Meinungen gekreuzt haben, könnte man meinen, dass es heftige Diskussionen gab, allerdings war, lobenswerterweise, das Gegenteil der Fall: Es wurde einander zugehört und versucht, einander nachzuvollziehen.

Ab nach Hause

Auf unserem Nachhauseweg sahen wir aus der Ferne mehrere geflüchtete Menschen, die vermutlich von einer Organisation Nahrung erhalten haben. Da wir uns in unserem gestrigen Workshop mit der Lebenssituation Geflüchteter in Calais beschäftigt haben, waren viele von uns betroffen darüber, in der Realität zu sehen, dass direkt vor unserer Haustür zwei vollkommen unterschiedliche Welten aufeinandertreffen. Schnell wurde das Bett zu Hause auf dem Segelschiff, trotz Platzmangel und einem harten Lattenrost, auf einmal doppelt, wenn nicht dreifach wertgeschätzt.

Schokomonster an Bord

Unser Mittagessen, das aus einem Lunchpaket bestand, bestehend aus einem Schinken- oder Käsebrot mit einem Apfel, wurde von den meisten schon während des Museumsbesuchs verzehrt. Deshalb wurden zurück im Hafen auf unserer Regina Maris erstmal die Chipsvorräte geplündert. Mehrere Leute (inklusive Max und mir) mutierten zusätzlich zu Schokomonstern. Während des Naschens wurden natürlich auch einige Wizard-Runden gespielt. Trotz täglichem Training hat es bei mir heute leider nur für den zweiten Platz gereicht.

Schüler*innen machen im Spiegel Grimassen.

Frei für Chefkoch Jürgen

Um unseren Koch Jürgen für einen Abend zu entlasten und sich bei ihm zu bedanken, haben die Schüler:innen das Abendessen übernommen. Es wurde Lasagne gekocht, die sehr appetitlich war. Jürgen, der sich heute natürlich auch sehr über das längere Schlafen gefreut hat, bekam endlich mal einen halbwegs freien Tag! Juhu!

Grüße:

P.S. Darja: Alles Gute zum 18. Geburtstag, Paul! 🙂

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