OceanCollege

OceanCollege Blog

Vorbereitungswochenende OceanCollege

Von: Johan Kegler

Am vergangenen Wochenende war es endlich so weit. 26 Teilnehmer gingen in Kiel an Bord der Regina Maris, um sich auf die große Reise im Oktober einzustimmen. 

Nach einem ersten Kennenlernen am Freitag abend und natürlich auch gleich der ersten Hafenwache über Nacht gab es am Samstag früh noch eine theoretische Einweisung in das Segeln sowie eine Teamaufgabe an Land. Eine Rettungsübung später legten wir ab und die Schüler wurden sofort in Verantwortung genommen. Steuern, Segelsetzen, Ausguck halten… bei bestem Wetter und gutem Wind bekamen alle eine erste Vorstellung davon, was Segeln auf einem Großsegler bedeutet. Und natürlich gab es auch schon Küchen- und Putzdienst. 

Am Abend legten wir in Strande an und konnte ein millimetergenaues Anlegemanöver von Martin bewundern. Nach zwei Stunden Landgang für die Schüler und einer Pastaparty an Deck gab es eine ausführliche Einweisung in die Reiseroute sowie die Erläuterung der Packliste. 

Am Sonntag ging es nochmal raus auf die Ostsee und hier bekamen wir dann sogar noch etwas mehr Wind bei bestem Segelwetter. Viele Schüler gingen auch schon ins Rigg und konnte die Ostsee von oben betrachten. Und es zeigten sich auch schon erste besondere Fähigkeiten beim Segelpacken, Steuern und Navigieren. 

Pünktlich um 14:00 legten wir dann wieder an der Blücherbrücke an und die Eltern konnten das Schiff anschauen und bei der anschliessenden Vorstellungsrunde alle offenen 
Fragen stellen. 

Insgesamt war das ein sehr gelungenes Wochenende und ab jetzt wird es ernst für die Teilnehmer!

Wir sehen uns im Oktober wieder!

Zur Auswahl der Lehrer bei OceanCollege

Von: Johan Kegler

Ein lesenswerter Artikel im Tagesanzeiger der Schweiz verdient Aufmerksamkeit und OceanCollege fühlt sich einmal mehr in seinem Ansatz bestätigt.

In diesem Interview mit Andreas Müller vom Institut Beatenberg in der Zentralschweiz geht es vor allem um die Rolle des Lehrers. Dieser ist im gesamten Lernprozess der wichtigste Faktor, ganz im Gegensatz zu populären Schlagworten wie „Individualisierung“, „kleinere Klassen“, „jahrgangsübergreifendes Lernen“, oder „offener Unterricht“. Es geht vor allem um die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler. Gestützt werden die Aussagen von Andreas Müller nicht zuletzt durch die weltweit größte Studie zur Frage: „Was ist guter Unterricht“ von John Hattie. Seine Arbeit, in die 50.000 Einzeluntersuchungen mit insgesamt 250 Millionen Schülern weltweit einflossen, kommt zu dem Schluss, dass die Lehrperson in der Schule der mit Abstand wichtigste Faktor für Lernerfolg ist. Sehr interessant nachzulesen in diesem Artikel in der Zeit.

Und entsprechend ist es für OceanCollege sehr wichtig, diese so wichtigen Menschen im Projekt, die Lehrer, sehr sorgfältig auszuwählen. Bewerbungen gibt es genug, aber es geht vor allem um die richtige Einstellung zum Schüler. Ich sage jedem Lehrer und jeder Lehrerin, dass er oder sie während der Reise etwa fünf Tage frei haben wird und den Rest den gesamten Tag und teilweise auch während der Nachtwache mit den SchülerInnen arbeiten wird. Und zwar am wenigsten im klassischen Lehrer-Schüler Setting, sondern in einem sehr persönlichen Austausch. Entsprechend wurden einige Bewerbungen von vornherein abgelehnt, aus denen offensichtlich hervorging, dass bei diesen eine sehr klassische Lehrerdefinition vorherrschte.
Wir werden uns zudem mit den vier ausgewählten Lehrern (passenderweise zwei Frauen und zwei Männer) vor dem Wochenende mit den Schülern allein auf dem Schiff treffen, um uns gegenseitig zunächst ohne Schüler kennenzulernen und genau über solche Grundsätze intensiv zu diskutieren. Eine ausführliche Vorstellung der mitfahrenden Lehrer erfolgt dann im Sommer und man darf gespannt sein.

Bayern schafft G8 ab

Von: Johan Kegler

 

Wenn das Bundesland mit dem scheinbar höchsten Bildungsstandard in Deutschland die Abschaffung von G8 beschließt, dann lässt das aufhorchen.

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/abitur-bayern-kehrt-zum-g9-zurueck-a-1142014.html

Zunächst ist eine 11. Klasse für jegliche Auslandsaufenthalte natürlich förderlich, bevor es während des MSA- Abschlusses in einigen Ländern bzw. nach der 11. Klasse ins Abitur geht.

Ich möchte in diesem Beitrag aber einen anderen Fokus deutlich machen. G8 wurde ja offiziell eingeführt, weil deutsche Schüler bzw. Studenten beim Berufseinstieg im Vergleich anderen Ländern zu alt sind. Man könnte nun bösartig argumentieren, dass G8 also dafür eingeführt wurde, um früher Steuer- und Beitragszahler zu generieren. Gerne möchte ich an dieser Stelle nochmals ein Zitat nutzen, dass ich schon in einem früheren Blogbeitrag verwendet habe, in dem es um das Thema „Wachstum“ ging.

„„Für alles, was uns voranbringt, brauchen wir Energie. Energie ist Bewegung. Wir brauchen Beschleunigung statt Entschleunigung. Ohne Beschleunigung gibt es kein Wachstum. Und ohne Wachstum ist unsere Volkswirtschaft nicht stabil.“ Nein, das ist kein Zitat aus den 1950iger Jahren. Das ist auch keine Satire. Diese Sätze stammen aus dem Leitartikel des Wirtschaftsteils der Süddeutschen Zeitung vom 24.12.2013. Die Autorin Kathrin Werner hält es für ein schlechtes Zeichen, dass die Menschen in Berlin rechts auf der Rolltreppe stehen und nur die Eiligen auf der linken Seite gehen. „In New York“, schreibt sie, „machen das nur Touristen“, und das Verhalten der Deutschen findet sie dämlich, genauso wie unsere 24 gesetzlichen Urlaubstage. „In Asien oder Amerika ist das undenkbar.“ Beschleunigung ist nämlich überhaupt gut, nicht nur wegen des Wachstums. Weil man ja mehr Zeit hat, wenn man alles schneller macht.“

Wieso müssen heutige SchülerInnen, die sowieso eine stetig steigende Lebenserwartung haben, auch noch früher mit dem Arbeiten beginnen? Wieso wurde irrsinnigerweise auch beim Lernen auf Geschwindigkeit gesetzt, obwohl man kein Fachmann zu sein braucht, um zu wissen, dass mehr Stoff in kürzerer Zeit eher den gegenteiligen gewünschten Effekt hat? Wer definiert eigentlich genau, ab wann ein Schüler / Student / sog. „Arbeitnehmer“ zu alt ist? Wieso wird nicht die Ansicht vertreten, dass gerade etwas mehr Zeit bei der Berufsvorbereitung (was ja die Schule sein sollte) zu nachhaltigeren Entscheidungen in der Ausbildungs- oder Studienwahl zum Beispiel durch einen Auslandsaufenthalt führt, was dann wiederum spätere Umwege und Zeitverluste minimiert?

OceanCollege begrüßt die Rückkehr zu G9 im Sinne von mehr Entschleunigung und Zeit für Reflektion sehr und freut sich im kommenden Jahr auf die ersten G9 Schüler aus Bayern.